Schmerzende Achillessehne: Was tun bei Achillodynie?
- 16. Juli
- 2 Min. Lesezeit
Die Diagnose Achillodynie beschreibt Schmerzen im Bereich der Achillessehne. Die Ursachen dafür können vielfältig sein und Betroffene berichten häufig über Beschwerden beim Gehen, Laufen, Springen oder morgens nach dem Aufstehen. Die Beschwerden treten meist 2–6 cm oberhalb des Fersenbeins oder direkt am Sehnenansatz auf.
Wie entsteht eine Achillodynie?
Lange Zeit wurde angenommen, dass Achillessehnenbeschwerden hauptsächlich durch Entzündungen entstehen. Heute wissen wir, dass die Ursache deutlich komplexer ist. Die Entstehung wird vor allem mit einer Belastung in Verbindung gebracht, die die aktuelle Belastbarkeit der Sehne übersteigt. Dabei spielen Trainingsfehler, plötzliche Belastungssteigerungen, reduzierte Wadenkraft, bestimmte Medikamente (z. B. Fluorchinolon-Antibiotika) sowie verschiedene biologische Faktoren eine Rolle.
Wichtig ist jedoch: Die Struktur der Sehne allein erklärt oft nicht die Stärke der Beschwerden. Menschen mit ähnlichen Sehnenveränderungen können völlig unterschiedliche Schmerzen erleben.
Die Therapie bei Schmerzen der Achillessehne
Das Bio-Psycho-Soziale Modell beschreibt Schmerz als Zusammenspiel biologischer, psychologischer und sozialer Faktoren. Anstatt nur die Lupe nur auf deine Achillessehne zu halten, sollten wir nach der Diagnosestellung viel mehr unseren Blick weiten, um wesentliche Barrieren und Chancen für eine Heilung zu erkennen.
Hierzu zählen beispielsweise:
Verminderte Kraft der Wadenmuskulatur macht Schmerzepisoden wahrscheinlicher
Ein fehlender Trainingsplan führt zu falscher Dosierung von Belastung und Erholung
Schlafmangel stört deine Regeneration
Stoffwechselerkrankungen und Medikamente können zu Sehnenschmerzen führen
Hobby oder Beruf, können deine Achillessehne zeitweise überfordern
Angst-Vermeidungsverhalten führt oft zum Abbau von Belastbarkeit
„Auf die Zähne beißen“ führt zu Überlastungen des Sehnengewebes
Diese und noch viele weitere körperlichen, mentalen, emotionalen und sozialen Faktoren beeinflussen, wie gut die Struktur der Sehne ist, wie gut sie sich zwischen Belastungen erholen kann und wie gut deine Sehnenrehabilitation am Ende ausgehen wird. Welche Einflussfaktoren und Schmerzmechanismen bei deiner Achillodynie zu Grunde liegen, können wir in der Einzeltherapie durch ein schmerztherapeutisches Gespräch aus der Schmerzgeschichte erarbeiten. Eine Reihe an Tests und Fragen, die wir gemeinsam durchgehen, werden helfen ein umfassendes Bild zu erhalten.
Umgang mit Schmerzen
Schmerzen beeinflussen nicht nur den Körper, sondern auch unsere Gedanken und Gefühle. Angst vor Bewegung, Sorgen über eine mögliche Schädigung der Sehne oder ständiges Beobachten der Beschwerden können dazu führen, dass das Nervensystem empfindlicher auf Belastungen reagiert.
Genauso relevant kann jedoch das Gegenteil sein: Viele Betroffene – insbesondere sportlich aktive Menschen – neigen dazu, Beschwerden zu ignorieren, „durchzubeißen“ und Belastungen trotz Schmerzen unverändert fortzuführen. Ein hoher Leistungsanspruch, Perfektionismus oder die Überzeugung, dass man immer weitermachen müsse, können dazu beitragen, dass die Belastung dauerhaft die Belastbarkeit der Sehne übersteigt.
Dadurch entsteht häufig kein optimales Belastungsmanagement: Die Sehne erhält entweder zu wenig Reiz zur Anpassung oder wird immer wieder überlastet, bevor ausreichend Regeneration stattfinden kann. Langfristig kann dies die Beschwerden aufrechterhalten oder die Sehnenqualität dauerhaft verschlechtern.
Fazit
Eine Achillodynie entsteht selten durch nur einen einzelnen Auslöser. Vielmehr handelt es sich um ein Zusammenspiel aus fehlender Belastbarkeit in Verbindung mit zu hoher Belastung. Wer langfristig beschwerdefrei werden möchte, profitiert meist von einem ganzheitlichen Ansatz aus gezieltem Belastungsaufbau, Aufklärung und der Berücksichtigung individueller Lebensumstände.
Melde dich bei uns, wenn du deine Beschwerden angehen und deinen Alltag und Sport wieder ohne Schmerzen meistern möchtest.



